Nichts ist wahr, alles ist erlaubt.

So, wie heute die Dinge anders sind als vor 100 Jahren, werden sie auch in 100 Jahren anders sein als heute. Wie das, was vor 2.000 Jahren noch Gang und Gäbe war, werden auch in 2.000 Jahren unsere heutigen Maßstäbe obsolet geworden sein.

Nur, weil die Menschen heute an etwas glauben, als richtig erachten (oder auch als falsch), heißt das nicht, dass dies alles der Weisheit letzter Schluss ist oder dass diese allgemein als richtig anerkannten Vorgaben auch tatsächlich "gut" sind. Die Menschen haben sich gesellschaftlich und staatlich auf verschiedene Meinungen geeinigt, die sie in Gesetzen oder ungeschriebenen gesellschaftlichen Verpflichtungen verankert haben.

Man bedenke jedoch, dass jede Gesellschaft, jeder Staat in der Geschichte von sich selbst die Meinung vertrat, die einzig richtigen Maßstäbe zu besitzen. Das galt für die Knabenficker im alten Griechenland genau so wie für die römischen Sklavenhalter oder die Nationalsozialisten im 3. Reich. Und stets wurden die auferlegten Doktrine ungefragt und ungeprüft von der Mehrheit der Menschen einfach übernommen.

Nach Sinn, Unsinn oder der objektiven Richtigkeit einer Sache wurde nur selten gefragt. Und wenn, dann führte dies entweder zu der Vernichtung derjenigen oder zu Revolutionen, die nur ein System durch ein anderes ausgetauscht haben. Und auch nach diesen Umstürzen folgte die Mehrheit der Menschen wieder den aktuellen Alphamenschen.

Man sieht also, wie sehr sich die gesellschaftlichen und staatlichen Vorgaben und Regeln im Laufe der Zeit ändern und immer sind es die "richtigen" Dinge, an die man gerade aktuell so glaubt. Derzeit ist es zum Beispiel hauptsächlich das demokratische Staatsmodell. Bis es eben von einer anderen Idee abgelöst wird. Und dies wird so sicher geschehen, wie bisher alle anderen Modelle abgelöst wurden.

Einem einzelnen Menschen fehlt einfach die Möglichkeit, diese Entwicklungen aufgrund der langen Zeiträume direkt wahrzunehmen, dies kann man nur durch Erforschung der Geschichte zusammenfassen. Dann jedoch ergibt sich ein sehr klares Bild, das uns hellhörig machen sollte- Nichts bleibt lange so, wie es ist. Was heute legitim und legal ist, mag morgen schon verpönt oder gar eine Straftat sein.

Aus diesen Tatsachen müsste ersichtlich werden, wie wankelmütig menschliche Gesellschaften im Kern sind. Teils erfolgen diese Verwerfungen und Umstürze recht rasch, oft innerhalb zweier oder gar einer Generation. Und wer sein Leben gestern und heute auf Dingen aufbaut, die morgen schon wieder ganz anders sein können ist ein Narr.
Es stellt sich also die Frage, woran man sich eigentlich orientieren kann, wenn die Gesellschaft so wenige brauchbare Lösungen bietet. Ganz abgesehen davon, dass JEDE Gesellschaft auf Menschen spuckt, die anders denken, fühlen, handeln und leben als die Allgemeinheit. Schwache Gemüter, die sich davon fertigmachen lassen, mögen dieser Behandlung ja noch würdig sein. Doch was ist mit jenen, die eine gewisse Stärke in sich wissen und genau spüren, dass sie nur in einer Gesellschaft Platz finden könnten, die ihren eigenen anders gearteten Neigungen entspricht?

Für solche Menschen muss es, solange es diese dunkle Gesellschaft im Großen nicht gibt, eine Art Parallelgesellschaft geben, in der sie zumindest soweit Platz nehmen können, dass ihre Schatten in der Seele nicht zu einem Schwarzen Loch werden, das sie selbst auffrisst. Denn wie wir, die wir diese Zeilen lesen wissen, ist es doch so, dass diese Normgesellschaft mit den Menschen darin nicht den Wert hat, den wir uns selbst zuweisen.

Günstigstenfalls kann man sie einfach als Spießer bezeichnen, die nichts vom Wert des Denken außerhalb des eigenen beschränkten Horizontes wissen wollen. Viel schlimmer ist aber, dass sie nicht einmal bereit sind, eine angenommene und eingefahrene Meinung auch einmal zu überdenken, egal wie konstruktiv und überzeugend die Gegenargumente auch sein mögen. Diese Borniertheit, Sturheit und diese uneinsichtige Unverbesserlichkeit ist es, was sie so wertlos macht und weshalb wir uns vor ihnen schützen müssen.

Denn ein echter Mensch hat das Verlangen, an sich zu arbeiten, sich zu veredeln, weiterzuentwickeln. Und nicht, sein ganzes Leben lang auf einem willkürlichen Stand stur stehenzubleiben. Diesen Menschen ist es auch egal, ob wir wahrhaft Verbotenes wollen oder ob unser Gemüt ihnen einfach nur nicht in´s Konzept passt- Solche Menschen würden bohren und bohren, bis sie etwas gefunden haben, uns zu schaden. Notfalls erfinden sie einfach skurrile Behauptungen oder sogar ganze Gesetze die unter Strafe stellen was wir begehren. Der Schutz vor solchen Menschen ist elementar wichtig.

Wir sehen also, dass wir uns nicht nach Dingen richten dürfen, die je nach Lust und Laune von Staat und Gesellschaft heute gut und morgen schlecht sind. Es gibt nur eine Orientierung, an die sich unsereins halten darf- An dem Wissen, dass egal was auch immer passiert, was immer wir auch machen werden, die Sonne am nächsten Tag deswegen nicht explodieren wird. Dass die Flüsse nicht austrocknen und die Bäume nicht aussterben, weil wir unserem Sein frönen- Und unseren Sünden.

Dass wir uns auf einem unbedeutenden Planeten in einem winzigen Sonnensystem am Arsch einer xbeliebigen Galaxie befinden und dem Universum ist es vollkommen egal, was wir hier so alles treiben. Es gibt keine Instanz im Universum, die über uns richtet und wenn, dann hätte sie uns diese Schatten nicht in die Seele setzen sollen, wenn sie sie scheiße findet. Und wer uns richtet, weil wir von unseren freien Willen Gebrauch machen, der hat ohnehin nicht mehr verdient als unseren Mittelfinger.

Wir richten uns auch nicht nach menschlichen Belangen. Es ist egal, wer glaubt, einen Nachteil durch unser Handeln zu haben. Und falls dem so ist, dass wirklich ein Nachteil entsteht, soll dieser Mensch eben stärker werden und uns besiegen und uns nicht mit seinen Meinungen und seinen Ideologien behelligen. Und wenn er den Kampf nicht aufnimmt, soll er schlicht erdulden, dass er der Schwächere ist und sich dem Gesetz der Natur beugen, dass es auch Individuen gibt, denen es egal ist, wie es ihm ergeht.

Nein, es bleibt nur eins. Nichts ist wahr, nichts wirklich Schlimmes kann durch einen Menschen passieren. Das Gefüge des Universums wird nicht auseinanderfallen. Und was heute wahr ist, war einst Lüge und was heute Lüge ist, wird einst wahr sein. Diese ganzen Regeln, die es gab und geben wird heben sich gegenseitig auf, weil man nie wissen kann, ob man sich nun wirklich an die "richtigen" Regeln hält oder ob sich schon morgen zeigt, dass man den falschen Baum ankläfft.

Nichts ist wahr. Und weil durch eines Menschen Handlung nichts wirklich Schlimmes passieren kann ist alles erlaubt, was ein Mensch je in sich tragen kann. Denn erst dadurch, dass man gezwungen ist, vieles zu unterdrücken und zu verschließen passieren viele unkontrollierte Dinge, weil man eben nicht ewig lang den Kessel mit Druck füllen kann, bevor er einem um die Ohren fliegt. Stichwort Amokläufer. Oder so genannte Kurzschlusshandlungen.

Diese Erkenntnisse, dass die Dinge und Wertevorstellungen schon sehr bald wieder andere sein können als die, nach denen sie die Menschheit heute so richtet ist die Grundlage der Maxime "Nichts ist wahr, alles ist erlaubt". Denn irgendwie, irgendwann, hebt sich alles wieder gegenseitig auf. Man könnte dies jetzt natürlich alles auch auf eine hochtrabende metaphysische Ebene heben indem man erklärt, wie sich die Dinge gegenseitig bedingen oder dass ohnehin alles gar nicht so real sei wie man gemeinhin glaubt. Doch dies ist nicht nötig, man kann alles auch aus einer rein pragmatischen und profanen Sicht erklären.

Ganz einfach dadurch, indem man erkennt, dass schon morgen sich zeigen könnte, dass das, woran man heute glaubt, nicht mehr aktuell ist, hinfällig wird. Dass man schon sehr bald dafür verurteilt werden könnte, wofür man heute noch gelobt wird. Man muss sich nur auf aktuelle Gegebenheiten einstellen, Vorsicht bei manchen Dingen walten lassen und nicht einfach wild um sich schlagen, da es ja ohnehin egal ist. Bewusst handeln eben. Durch eine solche Vorgehensweise macht man sich auch unabhängig davon, vor welchem Altar gerade so herumgerutscht wird.
Man kann sich auf alles einstellen, mit allem zurechtkommen, was auch immer geschehen mag. Eben weil man sich nicht mehr nach aktuellen gesellschaftlichen oder staatlichen Vorgaben orientiert sondern an Dingen, die unter allen Umständen Gültigkeit besitzen, in welchem Zeitalter, unter welchen Bedingungen man auch immer lebt.

Alles ist erlaubt deswegen, weil am Ende des Lebens nichts auf jemanden wartet, das über jemanden richten wird. Wen oder was kümmert es, was die Menschen machen? Nichts und niemanden. Wer glaubt allen Ernstes, dass es im Universum eine Instanz gibt, die ständig irgendwelches Karma analysiert und berechnet? Ja ich weiß, Resonanz, Karma und diese ganzen Geschichten, mit denen Schwäche und Feigheit, Skrupel und Zurückhaltung gerechtfertigt werden.

Doch mit Karma ist es wie mit Gott, Wiedergeburt und Schicksal. Einfach irgendwelche Behauptungen von Menschen, die viele Jünger hatten. Nur weil eine Überlieferung existiert, egal wie lange, ist das noch kein Beweis, dass sie auch den Tatsachen entspricht. Aber es ist oft so- Wenn nur viel genug Menschen an etwas glauben und wiederkäuen, wird sie von deren Befürwortern als unabänderliche Tatsache hingestellt.
Als Experiment, diese Äußerung zu beweisen, widerspreche man einmal einigen überzeugten Esoterikern in Bezug auf Wiedergeburt, der Existenz von Engeln oder Elfen oder man übe sich gar in der Königsdisziplin und sage ihnen, Liebe sei nicht die größte Kraft im Universum. Sie sei gar keine Kraft, sondern lediglich eine Emotion wie alle anderen auch.

Fakt ist: Das Vorhandensein einer Überzeugung, einer Überlieferung oder eines anderen Glaubenssatzes ist kein Beweis für ihre Richtigkeit. Mit all diesen Dingen muss einmal aufgeräumt werden, da durch solche Dogmen schon zu viel Übles geschehen ist.
Dann wird auch klar, dass vieles einfach hinfällig wird, woran man so glaubt. Und dies bringt es mit sich zu erkennen, dass man sich im Grunde alles erlauben kann, weil es keine negativen Konsequenzen nach sich zieht, wenn man es geschickt einrichtet. Das einzige, was gefährlich werden könnte wäre Dummheit, Nachlässigkeit oder unbewusstes Handeln solange man noch in einem so repressiven und kleingeistigen System lebt wie derzeit.

Auch das ist ein Grund für die Entstehung dieses Blogs und meiner Bewegung. Eine Motivation zu bieten, sich selbst bei Laune und bei der Stange zu halten. Eine Inspiration, sich selbst zu erkennen, zu erfassen und zu erfahren. Und letztendlich zu erkennen, wie viel Kraft und Energie frei wird, wenn man seinem wahren Ich folgt und nicht der Hülle, mit der man sich durch eine durch und durch beschissene Gesellschaft bewegt.

Ende der Ansage.

11.9.16 14:24

Letzte Einträge: Alles wiederholt sich. Noch., Der organische Staat, Morsche Bretter auf dem Holzweg

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